Gestiegene Relevanz von Amazon Advertising: Schlechte Chancen für organische Rankings

Gestiegene Relevanz von Amazon Advertising: Schlechte Chancen für organische Rankings

Jule Schulz
Jule Schulz

Advertising auf Amazon nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Das Erschaffen vieler Werbeformate und -möglichkeiten hat nebenbei auch die Chancen für organische Sichtbarkeit extrem eingeschränkt. Im Gegensatz zu früher, als gesponserte Anzeigen in der Minderheit waren, hat sich das Blatt nun gewendet. Unter den ersten 20 Positionierungen sind nur 20% für organische Rankings frei. Doch wie genau kommt es zur gestiegenen Relevanz von Amazon Advertising und was bedeutet diese Entwicklung für Seller und Vendoren? In diesem Beitrag erfährst du mehr.

  1. Die Platzierung von Anzeigen
  2. Amazons stärkere Fokussierung auf Sponsored Ads – Gründe dafür
  3. Was bedeutet die gestiegene Relevanz von Amazon Advertisement?
  4. Fazit

Schaut man sich die SERP auf Amazon nach einer getätigten Suche an, wird schnell deutlich, welche Relevanz Amazon Advertising und damit Sponsored Ads haben. In der Regel sind unter den ersten 20 Suchergebnissen lediglich vier organische Positionierungen. Die anderen 16 sind gesponsert. 

Die Platzierung von Anzeigen

Oftmals sieht der Aufbau einer SERP auf Amazon wie folgt aus: Oben auf der Seite steht eine gesponserte Markenanzeige, die als Banner aufgebaut ist. Unter der Markenanzeige folgen vier Sponsored Products Anzeigen. Erst danach kommen die ersten vier organischen Positionierungen. Anschließend erscheinen vier gesponserte Anzeigen (gekennzeichnet als „Hoch bewertet. Basierend auf der Sternebewertung und der Anzahl der Kundenbewertungen“), eine gesponsorte Videoanzeige und verschiedene redaktionelle Empfehlungen. Bis eine Nutzerin oder ein Nutzer bei der fünften organischen Positionierung angekommen ist, musste durchschnittlich durch drei Viewports gescrollt werden.

Aufbau einer typischen Suchmaschinenergebnisseite (SERP). Die Relevanz von Amazon Ads ist hier klar erkennbar.

Wer sich ein bisschen mit Suchverhalten auskennt, weiß, dass die meisten Käufe auf dem ersten Viewport stattfinden, da häufig nicht weiter gescrollt wird. Eine reelle Chance, als nicht bezahlte Position die Kaufentscheidung zu beeinflussen, liegt demnach nur bei den ersten vier organischen Positionen.

Stärkere Fokussierung auf Amazon Ads – Gründe dafür

Doch wie konnte die Relevanz von Amazon Ads in den letzten Jahren so rasant ansteigen? Dass Marktplätze Geld verdienen möchten, ist nichts neues. Durch Umstrukturierungen im Aufbau der SERP und durch die Einführung neuer Anzeigentypen konnte Amazon im Jahr 2021 ein Werbegeschäft von 31 Milliarden US-Dollar erwirtschaften.

Dazu führten zwei entscheidende Veränderungen: Einer der Hauptgründe ist, dass die Platzierungen für Sponsored Ads ausgeweitet wurden. Es wurde mehr Platz für gesponserte Anzeigen oben und unten auf der SERP sowie ganz neue Anzeigentypen geschaffen. Somit findet sich auf Amazon eine bekannte Vorgehensweise aus dem Einzelhandel wieder: Platzierungsgebühren. Außerdem wurden redaktioneller Content und diverse Empfehlungen eingeführt und auf der SERP implementiert. Rein organische Suchergebnisse finden daher kaum noch Platz auf der SERP.

Was bedeutet die gestiegene Relevanz von Amazon Advertising?

Diese Veränderung auf Amazon bedeutet, dass auch die Vermarktungsstrategie von Händlerinnen und Händlern auf Amazon sich unter Umständen verändern muss.

Wie bereits festgestellt, haben unbezahlte Positionierungen nur eine reelle Chance auf Conversion, wenn sie einen der ersten vier Plätze belegen. Auf diese vier Plätze besteht aber auch ein großer Wettbewerb, der durch das schlaue Einsetzen von Keywords, die optimale Nutzung von A+ Content und ansprechende Auswahl von Bild- und Videomaterial ausgefochten wird. Sollte auf gesponserte Anzeigen verzichtet werden, ist eine Optimierung der Produktdetailseiten und strategische Keyword-Nutzung unausweichlich.

Die Frage, inwiefern Amazon Advertising bei Produktanzeigen angewendet wird, sollte auf jeden Fall in Betracht gezogen und weitere Veränderungen in der Sichtbarkeit von organischen Rankings beobachtet werden.

Fazit

Festzuhalten ist, dass die meisten Verkäufe auf Amazon auf gesponsorte Anzeigen fallen. Hierfür ist schlichtweg die Masse derselben verantwortlich. Die Entscheidung zwischen einem Schalten von Werbung und keiner Investition in gute Platzierung kann im schlimmsten Fall daher auch eine Entscheidung zwischen Umsatz und keinem Umsatz bedeuten. Weiterhin bleibt außerdem abzusehen, inwiefern auch andere Marktplätze bei dieser Entwicklung mitziehen und Platzierungsgebühren einführen.

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Jule Schulz

MOVESELL GmbH
Jule Schulz schreibt als Content Marketing Managerin über Themen, Neuigkeiten und Entwicklungen rund um Amazon & E-Commerce.

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Henry Krause

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